Hinter den Kulissen eines Shooting Tages
- Christian Aroldi
- 15. März
- 2 Min. Lesezeit
Nach einem langen Shooting Tag beginnt für mich erst der zweite Teil der Arbeit. Wenn etwa sieben Shootings hinter mir liegen, ist die Kamera zwar ausgeschaltet, doch der eigentliche Prozess der Bildentstehung ist noch lange nicht abgeschlossen.

Der erste Schritt ist immer das sichere Speichern der Bilder. Alle Dateien werden sofort auf mehrere Laufwerke kopiert. Datensicherheit ist entscheidend, denn jedes einzelne Bild ist ein Moment, der sich nicht wiederholen lässt. Während die Dateien übertragen werden, wächst der Ordner schnell auf mehrere tausend Bilder an.

Danach beginnt die erste Sichtung. Bild für Bild gehe ich durch die Aufnahmen und treffe eine erste Auswahl. Unscharfe Bilder, Testaufnahmen oder kleine Fehlmomente fallen raus. Übrig bleiben die Bilder, die das Shooting wirklich tragen. Diese engere Auswahl ist bereits ein wichtiger kreativer Schritt, denn hier entscheidet sich, welche Momente später erzählt werden.

Anschliessend beginnt die technische Vorbereitung in Lightroom. Serienaufnahmen werden gestapelt, Belichtungsreihen werden zusammengeführt und HDR Bilder entstehen. Gerade bei Innenräumen oder starken Lichtunterschieden sorgt diese Technik dafür, dass Details in hellen Fenstern und dunklen Räumen gleichzeitig sichtbar bleiben.
Danach startet die eigentliche Bildbearbeitung. Jedes Bild wird einzeln optimiert. Weissabgleich, Kontrast, Farben, Tiefen und Lichter werden angepasst, damit die Stimmung der Szene genau so wirkt, wie sie vor Ort erlebt wurde. Perspektiven werden korrigiert, störende Elemente entfernt und Bildausschnitte fein abgestimmt.

Manchmal braucht ein Bild noch etwas zusätzliche Hilfe. Mit moderner KI lassen sich kleine Dinge verbessern oder ergänzen. Ein Kaminfeuer kann wieder lebendig wirken, wenn das Holz zwar bereit liegt, aber noch nicht brennt. Trockene oder beschädigte Pflanzen können digital ersetzt werden, damit der Raum wieder frisch und gepflegt erscheint. Solche Anpassungen geschehen immer dezent, damit das Bild authentisch bleibt und die Atmosphäre des Ortes erhalten wird.
Nach der Bearbeitung folgt eine zweite Kontrolle. Farben werden auf verschiedenen Bildschirmen geprüft, Details werden vergrössert betrachtet und jedes Bild wird nochmals mit kritischem Blick durchgesehen. Erst wenn alles stimmt, werden die finalen Dateien exportiert.
Der Anspruch ist immer derselbe. Die Bilder sollen schnell beim Kunden sein. Oft bedeutet das, dass ich noch bis spät in die Nacht am Bildschirm sitze, während draussen längst Ruhe eingekehrt ist. Doch genau diese Stunden gehören zum Beruf dazu. Hinter jedem fertigen Bild steckt weit mehr Arbeit, als man auf den ersten Blick sieht.

Wenn die finalen Bilder dann übergeben werden, ist der Moment gekommen, an dem aus einem langen Arbeitstag eine fertige Geschichte geworden ist. Ein Shooting endet also nicht mit dem letzten Klick der Kamera, sondern erst mit dem letzten exportierten Bild.








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